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"Pressemitteilung" Im Königspalast zu Caserta, dem Sitz des alliierten Hauptquartiers, unterschrieben am 29. Aprii 1945 um 1445 Uhr zwei deutsche Offiziere, der Wehrmacht Oberstleutnant Hans Lothar von Schweinitz und der SS-Sturmbannführer Eugen Wenner, den Separatfrieden zwischen der in Italien eingesetzten deutschen Heeresgruppe C und den Vereinigten Staaten von Amerika, Grossbritannien und der Sowjetunion. Die Kapitulationsurkunde, am 2. Mai 1945 um 1200 Uhr Greenwich-Zeit (14 Uhr in Italien) in Kraft getreten, hatte zum Ziel die Kampfhandlungen in Italien einzustellen, um weitere Opfer und Zerstörungen der Infrastruktur zu vermeiden. Diese Unterzeichnung, Schlusspunkt verwirrender Verhandlungen unter dem Decknamen "Sunrise-crossword" war Höhepunkt hektischer Kontakte zwischen einerseits militärischen und politischen Spitzen des nationalsozialistischen Deutschlands in Italien – dem SS-Standartenführer Eugen Dollmann, dem SS-Obergruppenführer Karl Wolff, dem deutschen Botschafter in Salb, Rudolf Rahn und vielen weiteren Entscheidungstragem und anderseits einigen Verantwortlichen der alliierten militärischen Nachrichtendienste in der Schweiz, Allen W. Dulles in erster Linie. Vermittler waren zwei neutrale Schweizer, ein Offizier und ein Privatmann: Major imGeneralstab Max Waibel und derPädagoge Dr. Max Husmann. Um sie herum Staatsoberhäupter, Premier- und Aussenminster,Diplomaten, deutsche und englische Generalstabschefs und Feldmarschälle, Industrielle und Prälaten, SS-Offiziere und Geheimagenten, Geschäftemacher und Denunzianten. Jeder bemüht die Operation zum Erfolg zu führen – oder zu blockieren - vordergründig einverstanden mit der allgemeinen Richtung oder mit eigenen oder besonderen Interessen des Augenblickes und der nun bevorstehenden Nachkriegszeit. In einem Gewirr des ständigen Strategiewechsels, von Halbwahrheiten und Lügen, von Prahlereien und Drohungen, was mehrmals die Absprachen zu scheitern drohten – abgehalten in Zürich, Bern, Lugano und Ascona – in einem Klima des Argwohn und des Misstrauens, das nie gänzlich behoben und erst in den letzten, eiligen Phasen vor dem Abschluss abgeschwächt wurde. Angesichts der letzten politischen Handlung des Zweiten Weltkrieges -- wenigstens auf dem italienischen Kreigschauplatz – oder als Vorzeichen des Kalten Krieges, wurde die Operation "Sunrise" bis Ende der 40er Jahre von Journalisten, Rechercheuren und Historikern studiert und bekanntgemacht. Mit unterschiedlichen Schlussfolgerungen, sei es aufgrund des Zeitpunktes der Untersuchungen, sei es infolge der Freigabe der für die Rekonstruktion dieser äusserst vielschichtigen und teils zwielichtigen Begebenheiten unerlässlichen Archivalien. Die letzten klassifizierten Unterlagen der Vereinigten Staaten, vor-allem Vernehmungsprotokolleder Geheimdienste OSS und CIC von den darin verstrickten nationalsozialistischen Funktionären, enthüllten Elemente, aber auch Intrigen, die neue Probleme ergaben. Sechzig Jahre nach dieser historischen Unterzeichnung hat ein Promotions-Kollegium "Sunrise '05" und ein Organisationskomitee "Ticino" nun für den 1. und 2. Mai 2005 einen Gedenkanlass und einen Studientagvorbereitet. Die Absicht ist, dem Opfermut derbesten der Protagonisten zu gedenken, die damals ein noch tragischeres Kriegsende in Italien verhinderten. Sodann jenseits von Schemata und Mythen eine Rekonstruktion der Ereignisse vorzunehmen, die auf präziser Forschungsarbeit in öffentlichen Archiven und in privaten Unterlagen basieren, um eine Zusammenfassung der verschiedenen Gesichts-punkte der betroffenen Mächte – Sieger, Besiegte, Neutrale -- und eine Bilanz der Geschichtsschreibung darzulegen, die nach über einem halben Jahrhundert akzeptiert und vertretbar ist. Marino
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